Frases de la vida

 
27Dezember
2013

Als der Weihnachtsmann ganz unbemerkt an uns vorbei flog...

Feliz navidad a todos lo que son celosos!

 

Der erste Advent wäre spurlos an uns vorbeigegangen hätte Nina am Abend nicht uns alles aufgefordert an den Tisch zu kommen und gemeinsam ein Adventsgebet zu sprechen...

Ich hatte zum ersten Mal seit langem einmal wieder das Gefühl gerne in Deutschland zu sein, sich in eine warme Decke zu wickeln, den Duft von Zimt und Lebkuchen einzuatmen und an einer heißen Tasse Tee zu schlürfen. Die Umstände machten es uns leider nicht leicht Tee zu trinken und die Vorstellung einer Wolldecke war abartig! Nur die traditionelle Weihnachtsbäckerei führten wir auf direktem Wege ein.

2 Kilo Zucker, 5 Kilo Mehl und jede Menge Eier, Zimt und Schokolade machten Träume wahr. Die Umstände waren natürlich andere wie Zuhause, es hatte draußen gefühlte 40 Grad und im Haus in Verbindung mit dem Ofen und 5 schwitzenden Mädchen schlussendlich 50 Grad. Man darf also behaupten: Es war verdammt heiß!  Am den Abenden war ich auf brutale Art und Weise unbewegliche und gefühlte 3 Kilo schwerer (Wobei es vermutlich wirklich drei Kilo waren, denn die Anzahl der Kekse, die ich aß überstieg auf jeden Fall die monatliche Kalorienzufuhr eines normalen Menschen!)...

Doch es gab etwas, was auf jeden Fall anders war, auffällig anders... Immer in der Ferienzeit kommen jegliche Familienmitglieder, Cousinen, Cousins, etc. ans Meer um ein bisschen Vitamin B12 einzunehmen und gleichzeitig auf Kosten Ninas und Mireyas am Pazifik zu leben. In unserer kleinen Hütte lebten dann plötzlich 20 Menschen und man konnte sagen man war mit jedem intim, wobei das nicht immer aus eigenem Willen geschah! Doch offensichtlich war das alles ziemlich normal und außer mir hatte niemand Platzangst oder Hunger (Am Kühlschrank bediente man sich natürlich auch!).

Am 20. Dezember begannen dann noch die „fiestas“, ein paar Stände mit vielem Heißem und Fettigem und eine Tanzfläche unter freiem Himmel mit Musik bei der sich jede Frau gerne einen Mann gesucht hätte... Doch das größte Spektakel war die Stierkampfarena, die direkt mit dem „Rummel“ am Strand aufgebaut wurde und einem von 19.00 bis 23.00 Uhr die "brutalsten" Stierkämpfe präsentierte. Doch es werden bei dieser Tradition, nicht wie in Spanien weder Stiere noch Menschen abgeschlachtet, man kann sich das Ganze vielmehr als das Rodeo in Texas vorstellen, ein Tico setzt sich, natürlich passend gekleidet auf einen Stier (nicht ganz zahm..), welcher dann in die Arena geschossen kommt, in welcher noch weitere lebensmüde Ticos umher rennen, um den Stier auch auf jeden Fall noch ein bisschen mehr zu provozieren. Der bemitleidenswerte Bursche, der dann verzweifelt versucht so lange wie nur möglich auf dem wütend bockenden Tier zu reiten bekommt dann nach dem Absturz meistens ein bisschen Applaus und Geld und wenn er Pech hat noch einen gewaltigen „Arschtritt“ aus der Arena.

Ich saß meistens voller Mitleid für den armen Stier am Geländer und hoffte nur ich würde davon niemals runter fallen, denn Angst vor dem Viech hatte ich trotzdem!

Danach wurde bis zum Sonnenaufgang getanzt, auch wenn ich es noch nicht einmal ansatzweise so verfüherisch konnte wie die Latinos!

Die Tage verstrichen und Heilig Abend kam immer näher, doch sogar die Schokolade, welche ich glücklicherweise von meiner Familie aus Deutschland zugesandt bekam half mir nicht zur richtigen Stimmung. Noch immer lief ich barfuß und größtenteils recht unbekleidet durch die unbefestigten „Straßen“ Samaras, Weihnachten kam so plötzlich, dass ich selbst erschrak. Die Nacht vom 25. Dezember an dem vor mehr als 20000 Jahren Jesus Christus in einem Stall geboren wurde, kochten wir alle Fisch mit Reis und Bohnen. (Ich wusste an dem Abend nicht wie ich fühlen sollte, es war seltsam solch ein Weihnachten, ohne jegliche Besonderheiten oder Traditionen zu feiern und doch waren die Menschen glücklich und das ist doch eigentlich das wirklich Wichtige an Heilig Abend, dem geweihten Fest der Liebe.

 

19Dezember
2013

Nicaragua

„Arm ist nicht, wer wenig hat, sondern wer viel braucht.“

 

Als der November sich dem Ende neigte und wir alle schon auf das Ausfallen des Regens warteten, rückte auch mein Ausreisetermin immer näher. Die meisten Ausländer, die länger in Costa Rica bleiben oder sogar dort leben, besitzen kein Visum, sondern reisen einfach alle drei Monate in die Nachbarländer, Nicaragua oder Panama, wobei Nicaragua um einiges beliebter ist, denn es ist eines der ärmsten Länder der Welt und somit unverschämt billig.

Alle Freiwillige, aus Torito, Esterones und Garza hatten das selbe Problem, sodass wir beschlossen alle zusammen in ein Land zu ziehen, von dem wir wirklich nicht einmal den leisesten Schimmer hatten.

Die Busfahrt war ein reiner Luxus, Klimaanlage, weiche Sessel, Studentenfutter und zu viele Deutsche mit noch mehr Geschichten ihrer selbst. Es war nicht langweilig.

Und zum ersten Mal entdeckte ich mein Interesse an der Psychologie.

Karin ist blond (ich habe schon sehr lange aufgehört nach einer handfesten Theorie zu suchen, die erklären könnte weshalb ich ausschließlich Blondinen um mich hatte!), besitzt eine Aura wie kein anderer Mensch und schloss kürzlich ihr Psychologiestudium ab. Es wurde philosophiert...

Als wir in Granada ankamen war die Nacht schon eingebrochen und wenn ich ehrlich bin hatten wir Angst. Wir stiegen aus dem Bus, schnappten und das nächstbeste Taxi und quetschten uns zu siebt in das schäbige kleine Auto. Da es in dem Hostel der anderen kein Platz mehr für mich und Rini gab mussten wir uns eine andere Unterkunft suchen. Wir hatten Glück und fanden ein süßen kleines Hostel, dessen Besitzer hatten einen genialen Humor. Wir zahlten 7$ für die Nacht!

Der darauffolgende Tag sollte uns ewig im Gedächtnis bleiben. Wir fuhren am morgen alle zusammen zum Masaya Markt. Kilometerlange Straßen, vollgestellt mit wild aneinandergereihten Ständen. Verkauft wurde alles, von Reiskuchen, Tamalis und undefinierbarem Zückerwaren bis hin zu Mandalabüchern, Küchenwaren, Haustieren, und jeder Menge gefälschter Converse Schuhe. Es stank nach verdorbenem Fleisch, altem Schweiß, heißem Fett und Tierexkrementen. Die Aussichtslosigkeit der Menschen, deren Zukunft vermutlich einer dieser abartigen Stände bleiben sollte war so schmerzhaft offensichtlich wie mein Scham gegenüber diesen. Wir rannten an den Verkaufständen vorbei und ich würde lügen wenn ich behaupte ich hätte nicht das Bedürfnis gehabt jedem einzelnen Verkäufer ins Gesicht zu schlagen. Am Ende der letzten Straße setzte dann der Tinitus bei mir ein. Über den gesundheitlichen Stand der anderen wusste ich nicht Bescheid, denn die nackte Armut direkt vor uns zu sehen verschlug uns allen die Sprache.

Am Ende erreichten wir dann doch noch unser Ziel. Der mercado viejo, ein Markt mit Stoffen, Taschen und Schmuck ließ uns vorerst die Hässlichkeit Nicaraguas vergessen.

Als wir die Gassen Granadas zurückschlürften entdeckten wir die sogenannte „Hühnchengasse“ (es ist unbeschreiblich pervers, aber ich hätte mir keinen besseren Namen einfallen lassen können!). An der Steinmauer lagen zusammengekrümmt im letzten Quadratzentimeter Schatten, angekettet an den Füßen gerupfte doch leider Gottes noch lebendige Hühner. Ich rannte so schnell ich konnte um dieses Bild nicht mehr länger ertragen zu müssen doch es blieb bis heute in meiner Erinnerung. Der Schock blieb, der Tag hatte uns allen demonstriert was es wirklich heißt arm zu sein.

Wir beschlossen zu trinken. Die Moquitos waren billig und die Happy Hour erschien uns wie ein Zeichen.

Das Frühstück im Schokomuseum am nächsten Morgen schmeckte nach purem Kaffe, fantastisch süßem Obst und Pfannkuchen mit einer Schokoladensoße wie man es sich nur im Traum vorstellt! (Niemand sprach je wieder in meiner Anwesenheit von der Schweizer Schokolade!)

Die Zeit verging nun viel zu schnell. Ich und Rini machten uns frei von der kleinen Gruppe von Deutschen und reisten ins tiefe Land Nicaraguas. Der Vulkansee „Lago de Apollo“ nahm uns jegliche Erwatungen! Es war atemberaubend natürlich und auf eine stille Weise unbeschreiblich einzigartig. Wir blieben jedoch nur eine Nacht, schliefen aber unter freiem Sternenhimmel.

Am nächsten Tag war unser Ziel die Vulkaninsel „Ometepe“, eine winzige Insel mit zwei Vulkanen, Concepcion und Maderas des Nicaraguasees. Der Vulkan Concepcion ist noch immer aktiv und hatte seinen letzten Ausbruch im Jahre 2010. Der Anblick war aber weniger furchteinflößend, vielmehr faszinierend und gigantisch! Unvorstellbar finde ich noch immer wie Menschen wirklich auf so einer kleinen Insel leben können, nach einem Tag kannte ich schon mehr als die Hälfte der Menschen, die dort lebten und das war eindeutig nicht normal für mich. Man sagte uns es leben fast 20.000 Menschen hier, auf der größten Vulkaninsel unserer Welt zusammen. (Das konnte ich fast nicht glauben!) Wir fuhren die Insel an einem einzigen Tag ab! Nach zwei Tagen hatte ich einen so starken Drang diese Insel zu verlassen, ich sehnte mich nach festem Land!

„San Juan del Sur“ war unser letzten Ziel vor der Heimreise nach Costa Rica und vollkommen übrlaufen von all den Amerikanern! Man kann sich den kleinen Ort direkt am Pazifik wie den Ballermann in Mallorca vorstellen. Die Armut Nicaraguas traf hier auf die grotesken Alkoholekzesse der Ausländer.

Die Fahrt zurück war heiß, lange und ich litt unglaublich an einem sehr schmerzhaften Blasendruck!

Granada... Los mercados.. Chickenbuses! Isla Ometepe Rini musste sich nicht übergeben, mein Gott haben wir gefeiert! vulcano Concepcion! San Juan del Sur..

 

18Dezember
2013

"El Bautismo de Halie" oder als Halie getauft wurde...

Was ich schon zu Beginn meines Aufenthaltes in Costa Rica erlebte, war der starke Glaube an Gott und die einzelnen christlichen Gemeinschaften innerhalb eines Dorfes.

Meine Gastmutter, meiner Meinung, der liebenswürdigste Mensch den Gott jemals aus unsere Erde schickte, hielt meinen ersten Monat zwei Mal wöchentlich bei uns Zuhause eine Bibelstunde. Es kamen jede Menge Leute aus Torito, doch zu meiner Überraschung waren das nicht nur ältere Menschen, sowie es leider in Deutschland meist der Fall wäre sondern auch junge Leute und teilweise sogar Kinder, welche aufmerksam und motiviert der Stimme Ninas lauschten, als sie einen Vers nach dem anderen aus der Bibel vorlaß.

Ich gesellte mich ab und zu dazu und hörte den Klang der Bibel, ich kann noch immer nicht sagen ob es am Spanisch lag oder an den Umständen, doch konnte ich doch wirklich bis zum Ende zuhören, ohne jeglichen Anfall von Gürtelrose zu erleiden!

Im Vergleich zu Deutschland oder anderen europäischen Ländern ist Costa Rica noch immer sehr christlich und die Menschen größtenteils sehr gläubig. Vor allem auf dem Land wird „das Leben die Hände Gottes gelegt“, sowie es immer Nina, meine Gastmama beschrieb. Die Frage nach dem Glauben begleitete mich bis ans Ende meiner Reise in Lateinamerika... Macht der Glaube an Gott einen zu einem besseren Menschen?

(Oder ist das alles nur absoluter Schwachsinn, sowie mein geliebter Vater es formulieren würde?)

Doch der eigentliche Grund meines Eintrages zum heutigen Tage war die Taufe der kleinen unbeschreiblich süßen Halie. Die Taufe fand, sowie auch in Deutschland traditionell an einem Sonntag statt, doch ich hatte mir die gesamte Sache ein bisschen romantischer vorgestellt als sie dann wirklich war. Es war ein Massenauflauf von überschminkten Müttern und ihren kleinen in weiße Kleidchen gepressten Kinder.

Der Pfarrer war genervt und offensichtlich auch sehr überfordert. Er hätte es vermutlich nicht gemerkt, wenn auch ich zwischendurch mein Kopf unter die Schale voll Wasser gehalten hätte! Doch Marlene (Mama) war unglaublich stolz und wahrscheinlich die einzige abgesehen von mir die das Spektakel aufregend in Erinnerung behielt. Ronnie hatte in der Kirche nichts anderes zu tun, als ein sinnloses Spiel auf seinem Handy zu „zocken“... (Die Aggressionen, die ich währenddessen gegenüber ihm aufbaute waren keineswegs in Gottes Sinne!)

15Dezember
2013

Oh mein Gott, Ausschlafen!!!!

„...das dachten sich womöglich jedes einzelne Kind in ganz Costa Rica als am 13. Dezember die Winterferien begannen.“

 

Zur Feier des Tages gab es eine gigantische Feier mit Unmengen an Kalorien. Schon am Morgen begannen die „Fressorgien“ (Ich möchte wirklich nicht schon wieder ins vulgäre abdriften, doch man kann es manchmal einfach nicht anständig formulieren. Die Realität sieht meistens anders aus!), Nina und ich kochten so viel Fleisch, dass ich daraus wahrscheinlich wieder zwei Tiere erschaffen hätte können und vom Reis und den Bohnen will ich erst gar nicht anfangen und zum Schluss fingen die Kinder jeglichen Alters (Auch die 4 Jährigen aus dem Kindergarten!!) an ihre Hüften zum Salsa- und Meruengetakt zu schwingen, sodass es mir fast die Tränen in die Augen trieb. (jedoch nicht aus Gerührtheit sondern purem Neid!) Ich schätze der Hüftschwung ist erblich bedingt und liegt vermutlich in irgendeiner Aminosäure in der DNA der Kinder.

 

Die „Graduacion“ am Abend war dann der Höhepunkt des gesamten Festes und jeder Einwohner des kleinen Toritos zeigte sich im schicken Anzug oder hautengen Minikleid. Sogar die größten Alkoholiker, die man sonst eigentlich nur an der Bushaltestelle mit der kleinen „Cacique“-Flasche zu Gesicht bekam, waren plötzlich stolze Väter.

Die Kinder des höchsten Grades verließen nun die Grundschule und werden dann im darauffolgenden Jahr ins „Colegio“ (Wir in Deutschland haben dafür die Haupt- oder Realschulen beziehungsweise das Gymnasium.) gehen. Es folgten ganz traditionell die Zeugnisvergaben und die Schulband meines Gastbruders Rudi, die den Gästen noch am nächsten Morgen in Form eines Tinitus in Erinnerung blieb. Sogar ich und Rini bekamen von der Rektorin ein Dankeschön und eine Duftkerze, bei der sich später herausstellte, dass sie unbeschreiblich nach Schweiß stank. (Unglaublich aber leider wahr!)

Graduacion... Die besagte Duftkerze!

14Dezember
2013

Me senti como en casa...

 

 „Was hilft es mir, wenn ich in der ganzen Welt herumreise und nirgends zuhause bin?“

 

Die letzten Minuten im Bus ließen mich schon erahnen, dass irgendetwas anders war, nicht wie zuvor...

Als ich dann in Torito 200mts Norte y 50 mts Este de la plaza de Torito ankam, hatte ich dieses Gefühl, welches ich schon seit knapp drei Monaten nicht mehr gespürt hatte: Das Heimkommen, wie meine Mutter es immer pflegte zu sagen. Ich spürte die Geborgenheit, die mir mein neues Zuhause gab. Ein seltsamer aber irgendwie auch sehr schöner Moment für mich, da nun nicht nur ein Ort für mich existierte, sondern zwei, andem mich Menschen erwarten, die mich lieben.

 

01Dezember
2013

Fiesta!

 

 Wenn ich morgen Augenringe habe, dann täuscht das, denn das sind nur Schatten von großen Taten.

-Anonym-

 

Was man auf jeden Fall wissen sollte, wenn man in ein Land in Mittelamerika geht: Die Menschen hier lieben es zu feiern, zu tanzen und Unmengen an Alkohol zu trinken.

Als ich nun also, während des Prozesses der Integration hier zum ersten Mal wegging war ich überfordert, überrascht und vollkommen verschwitzt vom Salsa tanzen...

Wir tanzen bis in die Morgenstunden und am Ende konnte ich meinen besoffenen Bruder nach Hause tragen. Die Bars und Clubs sind hier direkt am Strand, man betrinkt sich demnach am Meer unter einem atemberaubenden Sternenhimmel... (Man kann hier einfach jeden einzelnen existierenden Stern erkennen, in Deutschland ist das niemals möglich!)

Natürlich begegnete ich solch manchen Ticos der harten Sorte (Sie nerven einen solange bis man ausrastet oder mit ihnen ins Bett steigt..), aber ich lernte damit umzugehen und außerdem hatte ich plötzlich auch zwei große Brüder, die mich beschützten.

24November
2013

Pferde am Strand...

 

Unsere Freiwilligenorganisation hat ihren offiziellen Sitz in Esterones, einem kleinen Dorf auf der anderen Seite des Flusses. Mein Bruder beschreibt es immer ganz gut wenn er von „desierto“, der Wüste im Nirgendwo spricht. Der nette Ort hat gefühlte drei Einwohner (Ich übertreibe!) und vier Freiwillige, liegt am Meer und besitzt den atemberaubenden Strand „Buenavista“. Die Sonnenuntergänge dort sind fabelhaft kitschig und romantisch.

Wir spazierten bis an das Ende Samaras und begegneten einer Herde Wildpferde. Ich als leidenschaftlicher Pferdeliebhaber (Das ist mein vollkommener ernst!) fühlte mich verpflichtet ihnen meine Liebe mitzuteilen und rannte ihnen voller Wucht entgegen. Fazit: Die gesamte Herde erschrak und galoppierte davon, ich blieb alleine zurück.

Aber genug von Pferden und Möchtegernpferdeflüsterer.

Um nochmals schnell auf unsere momentane Lage zurückzukommen. Wir befinden uns im Monat November und die Regenzeit tobt sich in jenen Tagen so richtig aus. Wir waren zu zweit und hatten den Weg (man kann, wenn man es wirklich will von einem Weg sprechen, jedoch wenn ich schreibe, bleibe ich vollkommen an der Realität. Die Masse, die sich vor uns ausbreitete bestand aus Dreck, Steinen, Wasser und Exkrementen!) unseres Lebens vor uns.

Wie wir ankamen kann man sich eigentlich sehr leicht vorstellen (auch ohne viel Phantasie!). 

Das „el Castillo“ ist die einzige Zivilisation, die man in Esterones finden kann. Direkt am Strand hatte sich ein amerikanisches Paar entschlossen einen Ort zu schaffen, der Aussteigern ermöglicht all das zu tun, was unsere Welt uns niemals mehr bieten wird.

Man lebt von Luft und Liebe!

Zack und Kates Hostel, bei welchem man wirklich keine Ansprüche haben darf, jedoch immer sicher sein kann ein paar einzigartige Menschen kennen zu lernen hatte eine wunderbare Atmosphäre.

Und ob man es nun glaubt oder nicht, das Nirgendwo ist fantastisch!

Wie hatten ein riesiges Lagerfeuer und witzige Menschen, die ihre Geschichten erzählten und machten uns erst dann auf dem Heimweg, als der letzte Funken verbrannte. Rini und ich schliefen bei Caro, einer Freiwilligen in Esterones. Sie wohnte auch bei einer Familie, jedoch hatte sie ihr eigenes kleines „casita“ (Häusschen), was manchmal ein bisschen mehr Privatsphäre bot als es beispielweise bei mit tat. Das Bad jedoch, was soll man sagen (Liebste Caro, sei mir bitte nicht böse aber du weißt vermutlich selbst dass dein kleines „casita“ wirklich gewöhnungsbedürftig war und dein Bad wurde von riesigen Kröten behaust...) war lebendig. Es gab wahrscheinlich mehr Getier in Caros Bad als draußen im Dschungel. Nichts desto trotz nahm ich eine kalte Dusche und kuschelte mich anschließend ins Mosquitonetz.

23November
2013

Vetraue niemals einem Tico!

 

Die Tage verstrichen. Ich arbeitete, kochte, lernte Wort für Wort immer mehr mich auszudrücken und meine Familie wuchs mir immer mehr ans Herz.

Eines sonnigen Tages beschlossen die abenteuerlustige Norddeutsche und ich einen „kleinen“ Ausflug in die Tiefen Guanacastes zu wagen.

Wie das Schicksal es wollte trafen wir den netten Poncho, einer des 10 Geschwister unserer Gastmütter (es sind tatsächlich 11 Kinder gewesen!), welcher uns rat doch an den nahe gelegenen Playa Camaronal zu fahren. Es sei ein wunderschöner Strand und man könnte sogar manchmal Schildkröten sehen.

Vier Stunden später kamen wir an!

Wie quälten uns durch Flüsse, wanderten Berge hinauf, sodass die Luft schon fast eng wurde,  waren Wege mitten durch den Dschungel gerast und in der prallen Hitze immer weiter geradelt bis wir die Kurve zum Strand endlich erreichten.

Auf dem Weg machten wir Rast und packten unsere Tupperbox (Tatsächlich gibt es Tupperware sogar hier, meilenweit entfernt von den Hausfrauenvereinen in Deutschland! Verrückt!) aus und teilten uns die mikrigen drei Ananasscheiben. (Ich hätte damals weinen können, was will man mit drei verdammten Ananasscheiben wenn man Hunger hat!)

Playa Camaronal bat uns einen unendlich weiten Strand mit schwarzem Sand und einer drückenden Einsamkeit, sodass ich hätte gleich wieder wegrennen können. (Ich übertreibe!) Es war mystisch. Auf dieses Wort werde ich vermutlich noch ein paar Mal zurückgreifen müssen um die umwerfende Natur Mittelamerikas zu beschreiben.

An uns rannten Surfer vorbei, die sich in die Wellen des Ozeans stürzten.

Wir standen eine gefühlte Ewigkeit sprachlos im glühenden Sand, um das Gefühl von Einsamkeit und unendlicher Natur einzuatmen bis wir uns entschlossen die Rückkehr an zu treten.

 

20November
2013

Und ich brachte das Schnitzel nach Mittelamerika!

 

 Seit Erfindung der Kochkunst essen die Menschen doppelt so viel wie die Natur verlangt.

-Benjamin Franklin-

 

 

Mein Lieblingsort war von Anfang an der Strand, jedoch wenn ich zuhause war, dann gab es nur die Küche. Ich fing von Anfang an zuzuschauen und zu lernen, denn ich wollte diese undefinierbaren jedoch unbeschreiblich kostbaren Leckereien eines Tages auch selbst zubreiten.

Um meiner gefräsigen Familie einen Einblick in die deutsche Küche zu gewähren, entschied ich mich für den Klassiker „Das Schnitzel“.

Und ich habe leider Gottest nicht die Gabe in Worte zu fassen, was sich an jenem Abend ereignete. Um es ansatzweise zu beschreiben, sie waren begeistert und haben Mengen an Schnitzel mit selbstgemachten Pommes ( Das ist kein Scherz! Ich habe ernsthaft selbst Pommes gemacht, wobei das mein Abneigung leider noch steigerte, denn in Fett schwimmende Kartoffelstückchen ist wirklich kein schöner Anblick...) in sich gestopft, sodass man von keinem Genuss mehr schreiben kann.

Mein Aktion war Erfolg und wurde mehr oder weniger zur Tradition, denn ich machte nun jede Woche einmal Schnitzel mit meinem Bruder, dazu schaltete er die Zwei Boxen in der Küche an seinen Laptop an und wir hörten ohrenbetäubende Elektromusik.Ich

15November
2013

“Angeln ist die einzige Art von Philosophie, von der man satt werden kann.”

 

Man sollte sich niemals genau anschauen was man gerade in seinem Mund schiebt, wenn man dabei ist frische (...und mit „frisch“ meine ich nicht frisch aus dem Tiefkühlfach, sondern vor geschätzten zwei Minuten gefangen und erlegt!) Meeresfrüchte zu genießen. An einem wunderschönen und sonnigen (wobei die Sonne hier leider nichts Besonderes mehr ist und ich mich ehrlich gesagt sehr daran erfreue auch einmal eine Wolke zu entdecken...) Samstagmorgen ereignete sich also, dass Rini, Finni und ich uns schutzlos dem Meer übergaben. Wir fuhren mit Rinis Gastbrüdern (Man kennt sie von meiner Seite auch als„Perverse Ticos“), den sogenannten Fischern einen Tag lang aufs Meer und erlebten einen ganz „normalen“ Arbeitstag. Das Fischerboot kann man auch mit einer Nussschale vergleichen und die Wellen mit Tsunamis, sodass es dazu führte, dass ich schon zu Beginn nicht mehr an meine Rückkehr glaubte. Als wir an der besagten Stelle ankamen (Wir befanden uns mitten auf dem verdammten Ozean und ich war einfach nur überwältigt!), zogen die drei netten braun gebräunten Herren ihre Tauchausrüstung an, spannten ihre Harpunen, sprangen mit einem Fischernetz ins Wasser und verschwanden in den Tiefen des Pazifiks. Man sah sie nun geschätzte zwei Stunden gar nicht...

Währenddessen aber hatte unsere geliebte Rini recht heftige Magenprobleme und wir beschlossen uns mit Taucherbrille und Flossen einfach einmal in Lebensgefahr zu bringen. Unsere Seekranke war leider Gottes schon in dem Stadium, indem der Körper mit allen Mitteln alles im Magen befindende nach draußen zu bewegen. Ich schwamm ganz unschuldig neben ihr her und dachte eigentlich nur wie qualvoll es wäre von einem Hai gefressen und zerfetzt zu werden, als das blonde nette Mädchen neben mir mir mitteilte, sie müsse jetzt „kotzen“. Meine Reaktion war spontan und leider die Falsche, ich lachte und tätschelte ihre Schulter, denn wir waren schließlich mitten im Ozean und paddelten gemütlich an der Oberfläche, es war alles einfach zu perfekt. Als Rini sich übergab, war das eines der abartigsten und zugleich witzigsten Situationen in meinem gesamten Leben, das Erbrochene schwamm dann vollkommen unschuldig an uns vorbei. Ihr Kommentar dazu, dass sie den Fischern damit nur einen Gefallen getan hatte, denn nun würden mehr Fische auftauchen, machte die gesamte Situation leider nicht besser.

Man könnte ja meinen, ihr Magen wäre nach dieser Ladung nun geleert gewesen, aber das Schicksal (An dieser Stelle hatte ich wirklich Zweifel...) wollte es anders. Die Fischer tauchten aus den Tiefen auf und meine blasse Rini (Man konnte die Farbe ihres Gesichtes kaum beschreiben, eine Mischung aus Weiß, Blau und ein bisschen Grün um die Augen) ergab sich wie sie es vermutlich in ihrem Leben noch niemals tat. Filander, unser netter kleiner Tico mit einer gigantischen Schwäche für das weibliche Geschlecht schwamm dann schließlich in dem eigentlich schon fast verdauten Frühstück seiner Gastschwester. Ich glaube mich zu erinnern, dass es etwas mit Cornflakes und Rührei war, wobei man das nicht wirklich sagen konnte.

Abgesehen von dem vielen nicht wirklich Appetit erregenden gab es unglaublich viel Schmackhaftes zugleich, denn Filander brachte von dem Grund des Ozeans frische Austern, Langusten und unbeschreiblich schöne blaue, jedoch tote Fische mit, schnitt sie dann schon zu Filets zurecht, um sie am Abend zu verkaufen, um sich dann wiederum in der Nacht zu betrinken aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Die Austern aßen wir zwei mit Limone und Salz roh und ich habe in meinem gesamten Leben ehrlich gesagt noch niemals so etwas verdammt leckeres gegessen, abgesehen von Schokolade natürlich. Die anderen zwei waren, wenn man es gelinde ausdrückt dezent angewidert von mir uns und unserem Essen und bei Rini war ich nicht sicher, ob sie es bis zur Rückkehr überhaupt überleben würde, denn wirklich nichts an ihr sah mehr auf irgend eine Art und Weise lebendig aus.

Ich habe nicht die leiseste Ahnung wie lange wir auf dem Wasser verbrachten, doch mein Sonnenbrand brannte am Abend wie nie zuvor.

Rini überlebte und Tortur, und ihr Gastbrüdern hatten zusätzlich noch mehr zu lachen, denn sorgvoll konnte man sie wirklich nicht nennen.

 

 

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